30
Aug
Von Whitehorse bis Dawson auf dem Yukon – mein Kanu-Abenteuer im entfernten Kanada
©sorincolac

©sorincolac

Als gebürtiger Hamburger fühle ich mich vor allem an einem Ort besonders wohl: auf dem Wasser. Wie ich Euch in meinem letzten Blogeintrag bereits erzählt habe, habe ich schon zwei Mal mit Freunden Ausflüge mit einem Kanu unternommen, um dem Trubel der hanseatischen Metropole zu entkommen. Die frische Seeluft, die Natur und die Stille sind für mich das perfekte Gegenstück zum Trubel und dem Alltagsstress der Stadt. Für meinen Sommerurlaub habe ich daher eine ganz besondere Kanutour geplant – und zwar durch das weit entfernte Kanada. Vergangenen Monat konnte ich mir diesen Traum endlich erfüllen, der meine kühnsten Vorstellung bei Weitem übertroffen hat.

Wir sind von Whitehorse aus in unserem Zweier-Kanu gestartet – vollbepackt mit Essensvorräten, einem Zelt und einer gute ausgestatteten Reiseapotheke. Unser Ziel: das mit dem Kanu 740 Kilometer entfernte Dawson. 16 Tage lang sind wir auf dem Yukon gepaddelt, der am Anfang nur knapp 50 Meter breit ist und dann gen Norden bis zu einem Kilometer Breite anwächst. Dabei haben wir fast keine Menschenseele getroffen – nur wir, das 12 Grad kalte Wasser, die einmalige Landschaft und die grünen Wälder. Ein einziges Mal haben wir den Ort Carmacks passiert, um unsere Vorräte aufzufüllen.

Die Stille der Natur und die pure Wildnis, die vor uns lagen, waren schon beeindruckend. Die größte Umstellung für mich persönlich war jedoch ohne jede Frage die Hygiene. Wir hatten keine Dusche und mussten uns die Haare anfangs im eiskalten Wasser waschen. Da war es ein echter Luxus, wenn wir eine Pause an Land eingelegt haben, um das Flusswasser in unserem Campingkochtopf ein wenig für unsere Katzenwäsche aufzuwärmen. Doch nach acht Tagen und vielen zurückgelegten Kilometern hat uns die Natur einen Strich durch die Rechnung gemacht: Das Wetter wurde  schlechter und die Temperaturen gingen zurück. Noch dazu war der Fluss plötzlich sehr trüb und mit Schlamm und Sedimenten aufgewühlt – so konnten wir uns ganze acht Tage nicht richtig waschen. Durch die Feuchtigkeit und die anfängliche Hitze kamen immer mehr Insekten, am Ende hatte ich über Hundert Mückenstiche. Trotzdem  habe ich den Urlaub in freier Natur sehr genossen: die Ruhe, die Naturverbundenheit und insbesondere die atemberaubenden Tiere, die wir von unserem Kanu aus sehen konnten: Elche, Stachelschweine, ein Schwarzbär und bestimmt dreißig Weißkopfadler, die majestätisch auf den Ästen über dem Fluss thronten – das war eines meiner absoluten Highlights.

Das Gefühl bei unserer Ankunft in Dawson war unbeschreiblich. Wir hatten unsere einzigartige Reise geschafft! Wenn mein Freund mich jetzt noch einmal fragen würde, dann könnte ich mir gut vorstellen, in zwei Jahren noch einmal eine Kanutour zu machen. Nachdem wir uns nun schon ein wenig auskennen, wissen wir, wie wir planen und auf was wir achten müssen – zum Bespiel, dass ein Campingstuhl ein echtes Muss ist. Ein wirklich hilfreicher Tipp, den ich zum Glück im Vorhinein bekommen habe, und der uns davor bewahrt hat, unsere Pausen auf einem harten Steinboden oder einem Baumstumpf zu verbringen.

Doch bevor es wieder zurück in die kanadische Wildnis gehen soll, genieße ich erst einmal gemeinsam mit meiner Frau die letzten Sommertage bei einem Italientrip. Wir machen unter anderem Halt in Basel, Florenz und Mailand. Bei einem unserer Zwischenstopps werden wir ein paar Tage auf einem Weingut verbringen, wo wir uns richtig verwöhnen lassen.

 

Voller Vorfreude

Euer Peter

 

0

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>