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Jun
Hygge – ein Lebensgefühl, das glücklich macht! Mein Interview mit Skandinavien-Experte Reinhard Ilg
©Reinhard Ilg

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Die Dänen gelten als die glücklichste Nation der Welt. Aber warum eigentlich? Was machen sie anders? Ganz einfach: Sie haben ein Glücksrezept entwickelt, das sie zunehmend perfektionieren. Nämlich „Hygge“. Eine Lebenseinstellung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Leben in vollen Zügen zu genießen und sich gerade an kleinen, alltäglichen Dingen zu erfreuen. Denn um glücklich zu sein, braucht man nicht viel. Im Grunde nur sich selbst. Ein Thema, das ich schon oft – gerade auch in Hinblick auf meinen Millionengewinn – angesprochen habe. Wer mit sich selbst nicht im Einklang ist, wird es auch mit dem vielen Geld nicht sein. Deshalb lege ich auch weiterhin sehr viel Wert auf mein Umfeld, meine Liebsten und auf das „Hier und Jetzt“. Denn Glück muss nicht immer groß sein. Zu diesem Thema habe ich letztens ein sehr spannendes Interview mit Reinhard Ilg, Skandinavien-Experte, führen dürfen, das ich Euch selbstverständlich nicht vorenthalten möchte. Lest selbst und lass Euch gerne inspirieren!

 

Herr Ilg, „Hygge“ ist ein fester Bestandteil der dänischen Lebenskultur. Viele haben den Begriff inzwischen auch in Deutschland sehr oft gehört. Was besagt er eigentlich?

Eigentlich stammt der Begriff aus dem Norwegischen, aber nur im Dänischen kommt er aktuell zur Geltung. Er besagt so viel wie „Wohlbefinden“. „Hygge“ hat also nicht direkt was mit Glück zu tun, sondern mit dem persönlichen Wohlbefinden.

Die Frage, die sich mir nun stellt, ist: Wie machen die Dänen ihren Alltag „hyggelig“?

Grundsätzlich kann man sagen, dass sie den Alltag auf Abstand und Distanz halten. Wir empfinden den Alltag ja oft als anstrengend oder hektisch – und die Dänen versuchen, dem mit ihrer eigenen Note entgegen zu wirken. Das kann auf die unterschiedlichste Art und Weise funktionieren. Vor allem wird versucht, es sich zu Hause, dem wichtigsten Ort, so schön wie möglich zu machen: Gegen das manchmal rauere Wetter und Dunkelheit brennen in dänischen Haushalten zum Beispiel fast immer Kerzen, auch in Räumen, die weniger benutzt werden, wie die Toilette. Das Zuhause wird lebendig gemacht – sowohl für die Bewohner als auch nach außen hin. Und die Kleidung spielt auch eine große Rolle: Raus aus unbequemen Hemden und Anzugschuhen und rein in weite und gemütliche Pullover und Pantoffeln – enge und unbequeme Klamotten haben mit „hyggelig“ nichts zu tun. Es gibt viele Dinge, die man selbst fürs „Hygge“-Gefühl tun kann, im Grunde geht es aber vornehmlich darum, sich vom stressigen Alltag und den Kontrollmechanismen zu befreien.

Das hört sich großartig an! Mir persönlich sind Freunde und Familie sehr wichtig. Ich gehe davon aus, dass sie dieses Lebensgefühl auch stark beeinflussen. Aber inwiefern?

„Hygge“ hat sehr viel mit Freunden und Familie zu tun, denn gerade in ihrer Anwesenheit entsteht dieses wichtige Wohlbefinden. Gemeinsame Zeit mit denen zu verbringen, die einem am Herzen liegen, spielt eine immens große Rolle. Schauen Sie sich zum Beispiel mal dänische Ferienhäuser an, die sind oft so groß, dass dort zwei Familien, also zwei bis drei Generationen oder viele Freunde zusammen Zeit verbringen können. Diese Objekte gibt es hier in Deutschland so gut wie gar nicht. „Hygge“, das Wohlbefinden, hat in Dänemark sehr viel mit dem gemeinsamen Leben und Erleben, mit Diskutieren, mit gemeinsamem Erarbeiten von Dingen zu tun. Vieles, wie zum Beispiel das Kochen, ist Alltag, dem man durch das geteilte Erleben eine angenehmere Note geben kann.

 

Egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – „Hygge“ geht immer und versteckt sich oft auch einfach in den kleinsten Dingen. Und das Schönste ist: Jeder kann lernen, seinen Alltag „hyggeliger“ zu gestalten, wenn er sich die nötige Mühe gibt und sich auf das Gefühl einlässt. Ich kann es Euch nur empfehlen! Kocht Euch leckeres Essen, macht Euer Zuhause wohnlich und gemütlich, achtet auf Eure Work-Life-Balance – und seid Ihr selbst. Dann steigt die Lebensqualität und auch das Glücksgefühl :)

 

Herzliche Grüße,

Eure Angelika

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