27
Feb
Alaaf und Helau – mein Jahr als Karnevalsprinz
©KarlGroße

©KarlGroße

Nach Schnee und Kälte findet die fünfte Jahreszeit in Deutschland nun endlich ihren Höhepunkt, wenn es wieder „Alaaf und Helau“ heißt und der Karneval ausgiebig gefeiert wird. Schon als Kind habe ich das knallig-bunte Treiben der Clowns, Cowboys, Piraten & Co. geliebt und sie bei so manchem Umzug begleitet, wenn sie ihre feierlichen Runden durch die Städte drehen. Diese Faszination habe ich mir bewahrt und lebe sie noch heute: So wurde ich letztes Jahr zum Prinzen des Karnevalsvereins unseres Dorfes gewählt – nun liegen 12 spannende Monate hinter mir, von denen ich Euch berichten möchte!

Im Februar letzten Jahres wurde ich von einigen Mitgliedern unseres ortsansässigen Karnevalsvereins als Prinz zur Wahl aufgestellt – ich war total überrumpelt und überrascht! Einige Tage später wurde dann schon die Prunksitzung ausgetragen und zwar mit allem was dazugehört: Dem Auftritt des Tanzmariechens mit ihrem traditionellen Outfit, bestehend aus Stiefeln und der an das 18. Jahrhundert angelehten Uniform, und natürlich dem Büttenredner, der mit dem typischen-derben Dialekt seine Rede brilliant vorgetragen hat. Am Ende der Zeremonie wurde ich schlussendlich für 365 Tage zum Prinzen gekürt. Wie es die Tradition so will, hatte mein Vater früher schon einmal den Prinzenorden inne, daher wurde er nun an mich weitergegeben. Das Besondere daran: Diese Ehre wird einem nur einmal im Leben zuteil! Voller Vorfreude auf die kommenden 12 Monate haben wir den restlichen Abend gefeiert, gesungen und getanzt.

Im Laufe des Jahres musste ich als Prinz an so manchen Veranstaltung befreundeter Vereine in den Nachbardörfern teilnehmen. Dabei habe ich immer wieder auf das gleiche Kostüm zurückgegriffen: Eine traditionelle Prinzenverkleidung, die ich zusätzlich mit einem Hut und goldenen Ketten aufgepeppt habe. Mein Tipp an Euch: Es muss nicht immer die außergewöhnlichste, teuerste oder prunkvollste Verkleidung sein, um beim Karneval aufzufallen. Kramt Eure alten Kostüme aus und kombiniert sie mit neuen Accessoires – aber seid kreativ und zieht niemals zweimal die gleiche Verkleidung an. Aber das Wichtigste ist am Ende ohnehin die ausgelassene Stimmung! Apropros, die beste Laune habe ich im letzten Jahr bei den Kinderkarneval-Veranstaltungen vorgefunden. Hier habe ich mich immer wieder in meine Kindertage zurückversetzt gefühlt, als ich voller Euphorie und verkleidet als ein Held meiner Jugend mit meinen Freunden durch die kleine Eventräume der umliegenden Dörfer gesprungen bin. So war es im vergangenen Jahr immer ein bewegender Moment für mich, wenn die Kinder mich als Prinz mit großen Augen angesehen und bewundert haben – so wurde mein Jahr immer wieder mit Highlights gespickt, die mir noch Wochen danach Freude bereitet haben. Grundsätzlich sollte meiner Meinung jeder einer Beschäftigung im Leben nachgehen, mit der er auch seinen Mitmenschen etwas Gutes tun kann und die ein kleines bisschen Alltagsglück mit sich bringt: Das kann durch den ausgeübten Beruf passieren, aber auch über eine ehrenamtliche Tätigkeit, eine gelegentliche Spende oder für ein Jahr als Prinz.

Letzte Woche habe ich meine Krone wieder abgegeben, das bedeutet, dass meine „Ära als Adeliger“ zu Ende ging und ein neuer Prinz gekürt wurde. Bei der Veranstaltung waren rund 400 Personen dabei, meist Bekannte aus den benachbarten Dörfern. Als der neue Prinz auf die Bühne gerufen wurde, ging ein großartiges Jahr für mich zu Ende – immerhin: den Orden durfte ich behalten!

Und noch eines werde ich nicht abgeben: die Krone! Auch wenn ich mein adeliges Kostüm ablegen muss, werde ich als Froschkönig im grünen Anzug dieses Jahr nicht auf die Krone verzichten. Ich hoffe, auch Ihr feiert mit Euren Familien, Freunden und Bekannten einen gebührenden Karneval.

 

Darauf ein kräftig schallendes Helau!

Euer Franz-Philipp

 

0

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>